Klimawandel

Gestern ist mir ein Mann im Traum erschienen.
Ich rufe: Jesus?
Er sagt: Ne, Sokrates, aber auch Bartträger.
Ich sage: Schade.
Er ignoriert dies und sagt: Hör mal, ich habe gehört, du wetterst gegen die Klimaökos?
Ich frage: Klimaökos? Wo hast du das denn her?
Er sagt: Twitter.
Ich sage: Dann hast du sicherlich auch was von dieser Debatte mitbekommen, von wegen, Kinderkriegen ist schlecht für die Umwelt.
Er sagt: Wenn du ernsthaft diskutieren willst, dann darfst du nicht auf den dümmsten Gegner zeigen, sondern du musst dich mit den Klügsten messen – und dich so lange mit Argumenten befeuern lassen, bis du entweder untergehst oder Schwimmen lernst.
Dann wird er auf einmal vor meinen Augen von Logikwölkchen aufgehoben und ist verschwunden.
Am nächsten Tag ziehe ich los und kaufe mir ein dickes Fachbuch mit dem Titel: „Erderwärmung – warum es noch nicht zu spät ist“. Damit mache ich es mir vor dem Kamin gemütlich und fange an zu lesen. Doch schon nach wenigen Seiten werden mir die Augen schwer. Ich nehme mein Handy zur Hand, um zu googeln, was ein thermisch radiatives Gleichgewicht ist, schau mir aber dann doch das vorgeschlagene Video an, in dem ein Affe auf einem Einrad das Gleichgewicht verliert und mit vollem Schwung in die Themse brettert. Anschließend google ich den Buchtitel, um mir bei Amazon die Kundenmeinungen durchzulesen. Einer schreibt: „Dieser Klimaasthmatiker soll mal tief Luft holen. Hab das Buch zwar nicht gelesen, aber die Argumente sind voll der Schwachsinn!“
Ich beschließe, dass ich das Buch, wenn es sowieso keine guten Argumente enthält, ja dann auch nicht weiterlesen muss und schmeiße es enttäuscht in den Kamin, damit ich für das Geld wenigstens etwas Wärme zurückbekomme.
Keine 5 Minuten später klingelt mein Nachbar an der Tür.
Er fragt, was ich denn schon wieder verbrennen würde?
Ich frage zurück, warum er denn zu so später Stunde noch den Häcksler anwerfen müsse?
Er sagt, ihm wäre ein Mann im Traum erschienen. Sophokles oder so ähnlich. Der hätte ihm gesagt, er solle nicht immer nur über die Klimaleugner schimpfen, sondern sich erst einmal mit ihren Positionen beschäftigen. Daraufhin hätte er sich ein Buch gekauft, aber weil er nicht so richtig reingekommen wäre und auch auf Amazon gestanden hätte, dass es sich nicht zu lesen lohnt, hätte er beschlossen, es zu häckseln und unter den Biodünger zu rühren.
Ich sage ihm, dass Biodünger aber auch nicht ganz ohne wäre. Gerade erst hätte ich auf Facebook gelesen, dass jährlich mehrere Millionen Menschen an verdorbenem Gemüse sterben.
Ach ja? entgegnet er, und er hätte gehört, dass Kamine die Luft so stark verpesten, dass Vögel bereits im Vorüberfliegen daran ersticken!
Was für ein Idiot! denke ich, der glaubt auch alles, was man ihm erzählt.

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